Freitag, 8. November 2013

Mami und Papsi zu Besuch

Hallo ihr Lieben,
letztes Wochenende hatten wir Besuch von meinen lieben Eltern, wobei sehr viele Fotos entstanden sind. Daher werde ich mich mit dem Text recht kurz halten, um umso mehr Bilder sprechen zu lassen.

Meine Eltern waren von Mittwoch bis Sonntag hier in Galway und es war wirklich eine schöne Zeit. Obwohl das Wetter sehr durchwachsen war, hatten wir doch noch immer wieder Glück und der Regen ließ der Sonne den Vortritt, wenn wir einen Ausflug geplant hatten oder uns einfach draußen aufhielten. Sobald wir wieder zurück ins Auto oder in einen Pub gegangen sind, konnte es sich dann wieder ausregnen. Ich war die Tage zuvor etwas besorgt wegen dem stürmischen Wetter, das auch hier präsent war, jedoch stärker im Osten von Irland (wir sind im Westen). Da Dublin aber im Osten liegt und somit auch der Flughafen, war ich etwas besorgt, dass es kein gutes Flugwetter geben wird, doch pünktlich zu Mittwoch ließ das stürmische Wetter dann auch wieder nach und übrig blieb ein ordentlicher Küstenwind zur Begrüßung am Parkplatz der Galway Bay :) Dort gab es dann also das langersehnte Wiedersehen und nachdem der Koffer abgelegt war ging es erst einmal direkt wieder zum Meer, zu einem ersten Spaziergang entlang der Promenade. Fredi war zu der Zeit noch arbeiten, begrüßte uns dann aber zwei Stunden später mit einem Kürbisessen. Den ersten Tag verbrachten wir in Salthill – Meer, Wohnung und im wundervollen O’Connors Pub. Donnerstag ging es dann in die Innenstadt von Galway – Fredi bei der Arbeit besuchen und anschließend zusammen die Stadt entdecken, den Bali-Laden leer shoppen, am Fluss entlang spazieren und abends den Monster-Run zu Halloween begutachten – ein Charity-Lauf durch die Innenstadt in Halloween-Verkleidungen. Eine witzige Idee, aber sie stieß nicht auf viel Interesse bei den meisten Leuten, was es fast noch witziger machte, da die Monster-Läufer durch die Innenstadt an Leuten vorbei liefen, die so taten, als würde hier gerade so gar nichts passieren und ungeachtet dessen umher spazierten. Fand ich irgendwie komisch. Naja, das hinderte uns nicht daran, jeden einzelnen Läufer Runde für Runde zu motivieren und zu beklatschen und schließlich beendeten wir den Tag – na wo wohl – richtig, in einem Pub.

Am Freitag machten wir dann von dem Mietwagen Gebrauch und fuhren (endlich wieder!) in die Natur – was uns ohne Auto sonst ja nur sehr schwer möglich ist. Wir fuhren durch die Burren-Landschaft, die wir schon einmal mit der Bustour erkundet hatten. Eine wirklich tolle Landschaft – grüne Hügel, mit einer einzigartigen Oberfläche aus Steinplatten bedeckt, soweit das Auge reicht, dennoch das zuhause von einem Großteil der in Irland bestehenden Pflanzenarten. Die Landschaft hat etwas sehr raues, schönes und vor allem faszinierendes, teilweise mystisches, auch durch die vielen Ruinen und die mittelalterlichen Steinmauern, die das gesamte Gebiet durchziehen.

Highlights dieses Tages (abgesehen von der Landschaft):

Zum ersten: Mein Fahrversuch auf irischen Straßen, der nach ohrenbetäubendem Anschreien von Seiten meiner Mitfahrer mit einem baldigen Fahrerwechsel endete und eine sehr deprimierte Ronya, die sich doch soooo auf das Linksfahren gefreut hat, zurück ließ (Ich vermisse mein Auto so sehr!! Das erste, was in D’dorf passieren wird, wenn ich zurück komme ist ein Autokauf!!!!).

Und zum zweiten: Der spontane Fluchtversuch vor zwei aus dem Nichts auftauchenden wetzenden Kampfhunden hinter mir. Wir waren an einem wunderschönen Ort angekommen und genossen die Faszination der Steilklippen, als aus dem Nichts zwei fiese wetzende Hunde auf meine Mutter und mich zugestürmt kamen und nach einem ersten Ansturm von Todesangst glücklicherweise an uns vorbeiwetzten. Gerade wieder in Sicherheit gewogen, aber in schnellem Schritte auf das Auto zugehend, hörte ich meine Mutter rufen „Schnell!!! Sie kommen zurück!!!!!!“, was mich zu einem spontanen Flucht-Sprint veranlasste -  „Lauf, das Auto ist offen!!“. Schnell ins Auto gefallen, Mama hinterher, Tür zu, puuuuh! Wo zum Teufel kamen diese Hunde nur her? Es gibt ja nette Hunde, aber die beiden waren die, die ich am meisten hasse: Ein Pitbull und ein Schäferhund, pfui! Mitten in der Natur und am Anfang dachten wir, auch ohne Herrchen. Natürlich blieb die Sorge, dass diese Hunde unsere Jungs noch von den Klippen stupsen, aber zum Glück sind alle wieder heil im Auto gelandet und ich hatte eine anderthalbstündige Rückfahrt Zeit, mich zu erholen. (Elina: Fiese Hunde in der Natur weckt wohl noch andere Erinnerungen – musste mich natürlich an unsere Wandertour erinnern…)

Dennoch zwar ein aufregender, aber auch sehr schöner Tag in der Natur… :D

Am Samstag ging es dann noch einmal in die Innenstadt, auf den Markt und spontan entdeckten wir einen kleinen Trödelmarkt in einem Hinterhof. Dann ging es wieder ins Auto und ein wenig die Küstenstraße nach Connemara entlang – die zweite besonders schöne Landschaft um Galway herum. Wir kamen allerdings nicht allzu weit, da es schon spät war und auch sehr windig und regnerisch, doch fanden wir ein kleines Kunsthandwerks-Dorf, in dem es viele schöne handgemachte Dinge zu bewundern gab und das Wetter entschädigte uns mit einem Regenbogen. Samstagabend ging es abschließend wieder zu den O’Connors – dieses Mal wieder mit Live Musik – ein ganz besonders schöner Abschlussabend.

Sonntag war Abschied nehmen angesagt, nach einem letzten Küstenspaziergang und während ich mich auf eine neue Arbeitswoche einstellte (bäh), traten meine Eltern ihren Rückweg an. Danke ihr beiden für die wirklich schöne Zeit!!!! Und natürlich auch einen großen Dank, für den Luxus mit dem Auto, der uns auch dazu verhalf, genug Wasser, Toilettenpapier & Co für die nächsten zweieinhalb Monate zukaufen – es sah zwar etwas nach „Weltuntergangs-Shoppen“ aus, aber wir merken jetzt schon, was für eine Erhöhung der Lebensqualität es bedeutet, das alles nicht mehr mit dem Fahrrad transportieren zu müssen. Und wer hat schon einen ganzen Balkon voller Trinkwasser :)

So, ich wollte ja eigentlich nicht viel schreiben, jetzt ist es doch wieder so gekommen. Bilder zum Text folgen im nächsten Post.

Bis bald! Hier ist nun der Winter eingekehrt oder besser gesagt der Herbst (oder beides gleichzeitig?) – Fredi durfte gestern im Hagelschauer zur Arbeit fahren und es war die letzten Tage sehr windig, kalt und nass.

Alles Liebe nach Deutschland, Spanien, Norwegen, wo auch immer ihr seid :) Ich hoffe es geht euch gut und sende zum Beginn der dunkleren Jahreszeit Engel des Lichtes in eure Richtungen!

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