letztes Wochenende hatten wir
Besuch von meinen lieben Eltern, wobei sehr viele Fotos entstanden sind. Daher
werde ich mich mit dem Text recht kurz halten, um umso mehr Bilder sprechen zu
lassen.
Meine Eltern waren von Mittwoch
bis Sonntag hier in Galway und es war wirklich eine schöne Zeit. Obwohl das
Wetter sehr durchwachsen war, hatten wir doch noch immer wieder Glück und der
Regen ließ der Sonne den Vortritt, wenn wir einen Ausflug geplant hatten oder
uns einfach draußen aufhielten. Sobald wir wieder zurück ins Auto oder in einen
Pub gegangen sind, konnte es sich dann wieder ausregnen. Ich war die Tage zuvor
etwas besorgt wegen dem stürmischen Wetter, das auch hier präsent war, jedoch
stärker im Osten von Irland (wir sind im Westen). Da Dublin aber im Osten liegt
und somit auch der Flughafen, war ich etwas besorgt, dass es kein gutes
Flugwetter geben wird, doch pünktlich zu Mittwoch ließ das stürmische Wetter
dann auch wieder nach und übrig blieb ein ordentlicher Küstenwind zur Begrüßung
am Parkplatz der Galway Bay :) Dort gab es dann also das langersehnte
Wiedersehen und nachdem der Koffer abgelegt war ging es erst einmal direkt
wieder zum Meer, zu einem ersten Spaziergang entlang der Promenade. Fredi war
zu der Zeit noch arbeiten, begrüßte uns dann aber zwei Stunden später mit einem
Kürbisessen. Den ersten Tag verbrachten wir in Salthill – Meer, Wohnung und im
wundervollen O’Connors Pub. Donnerstag ging es dann in die Innenstadt von
Galway – Fredi bei der Arbeit besuchen und anschließend zusammen die Stadt
entdecken, den Bali-Laden leer shoppen, am Fluss entlang spazieren und abends
den Monster-Run zu Halloween begutachten – ein Charity-Lauf durch die
Innenstadt in Halloween-Verkleidungen. Eine witzige Idee, aber sie stieß nicht
auf viel Interesse bei den meisten Leuten, was es fast noch witziger machte, da
die Monster-Läufer durch die Innenstadt an Leuten vorbei liefen, die so taten,
als würde hier gerade so gar nichts passieren und ungeachtet dessen umher
spazierten. Fand ich irgendwie komisch. Naja, das hinderte uns nicht daran,
jeden einzelnen Läufer Runde für Runde zu motivieren und zu beklatschen und
schließlich beendeten wir den Tag – na wo wohl – richtig, in einem Pub.
Am Freitag machten wir dann von
dem Mietwagen Gebrauch und fuhren (endlich wieder!) in die Natur – was uns ohne
Auto sonst ja nur sehr schwer möglich ist. Wir fuhren durch die
Burren-Landschaft, die wir schon einmal mit der Bustour erkundet hatten. Eine
wirklich tolle Landschaft – grüne Hügel, mit einer einzigartigen Oberfläche aus
Steinplatten bedeckt, soweit das Auge reicht, dennoch das zuhause von einem
Großteil der in Irland bestehenden Pflanzenarten. Die Landschaft hat etwas sehr
raues, schönes und vor allem faszinierendes, teilweise mystisches, auch durch
die vielen Ruinen und die mittelalterlichen Steinmauern, die das gesamte Gebiet
durchziehen.
Highlights dieses Tages
(abgesehen von der Landschaft):
Zum ersten: Mein Fahrversuch auf
irischen Straßen, der nach ohrenbetäubendem Anschreien von Seiten meiner
Mitfahrer mit einem baldigen Fahrerwechsel endete und eine sehr deprimierte
Ronya, die sich doch soooo auf das Linksfahren gefreut hat, zurück ließ (Ich
vermisse mein Auto so sehr!! Das erste, was in D’dorf passieren wird, wenn ich
zurück komme ist ein Autokauf!!!!).
Und zum zweiten: Der spontane
Fluchtversuch vor zwei aus dem Nichts auftauchenden wetzenden Kampfhunden
hinter mir. Wir waren an einem wunderschönen Ort angekommen und genossen die
Faszination der Steilklippen, als aus dem Nichts zwei fiese wetzende Hunde auf
meine Mutter und mich zugestürmt kamen und nach einem ersten Ansturm von
Todesangst glücklicherweise an uns vorbeiwetzten. Gerade wieder in Sicherheit
gewogen, aber in schnellem Schritte auf das Auto zugehend, hörte ich meine
Mutter rufen „Schnell!!! Sie kommen zurück!!!!!!“, was mich zu einem spontanen
Flucht-Sprint veranlasste - „Lauf, das
Auto ist offen!!“. Schnell ins Auto gefallen, Mama hinterher, Tür zu, puuuuh!
Wo zum Teufel kamen diese Hunde nur her? Es gibt ja nette Hunde, aber die
beiden waren die, die ich am meisten hasse: Ein Pitbull und ein Schäferhund,
pfui! Mitten in der Natur und am Anfang dachten wir, auch ohne Herrchen.
Natürlich blieb die Sorge, dass diese Hunde unsere Jungs noch von den Klippen
stupsen, aber zum Glück sind alle wieder heil im Auto gelandet und ich hatte
eine anderthalbstündige Rückfahrt Zeit, mich zu erholen. (Elina: Fiese Hunde in
der Natur weckt wohl noch andere Erinnerungen – musste mich natürlich an unsere
Wandertour erinnern…)
Dennoch zwar ein aufregender,
aber auch sehr schöner Tag in der Natur… :D
Am Samstag ging es dann noch
einmal in die Innenstadt, auf den Markt und spontan entdeckten wir einen
kleinen Trödelmarkt in einem Hinterhof. Dann ging es wieder ins Auto und ein
wenig die Küstenstraße nach Connemara entlang – die zweite besonders schöne
Landschaft um Galway herum. Wir kamen allerdings nicht allzu weit, da es schon
spät war und auch sehr windig und regnerisch, doch fanden wir ein kleines
Kunsthandwerks-Dorf, in dem es viele schöne handgemachte Dinge zu bewundern gab
und das Wetter entschädigte uns mit einem Regenbogen. Samstagabend ging es
abschließend wieder zu den O’Connors – dieses Mal wieder mit Live Musik – ein
ganz besonders schöner Abschlussabend.
Sonntag war Abschied nehmen
angesagt, nach einem letzten Küstenspaziergang und während ich mich auf eine
neue Arbeitswoche einstellte (bäh), traten meine Eltern ihren Rückweg an. Danke
ihr beiden für die wirklich schöne Zeit!!!! Und natürlich auch einen großen
Dank, für den Luxus mit dem Auto, der uns auch dazu verhalf, genug Wasser,
Toilettenpapier & Co für die nächsten zweieinhalb Monate zukaufen – es sah
zwar etwas nach „Weltuntergangs-Shoppen“ aus, aber wir merken jetzt schon, was
für eine Erhöhung der Lebensqualität es bedeutet, das alles nicht mehr mit dem
Fahrrad transportieren zu müssen. Und wer hat schon einen ganzen Balkon voller
Trinkwasser :)
So, ich wollte ja eigentlich
nicht viel schreiben, jetzt ist es doch wieder so gekommen. Bilder zum Text
folgen im nächsten Post.
Bis bald! Hier ist nun der Winter
eingekehrt oder besser gesagt der Herbst (oder beides gleichzeitig?) – Fredi
durfte gestern im Hagelschauer zur Arbeit fahren und es war die letzten Tage
sehr windig, kalt und nass.
Alles Liebe nach Deutschland,
Spanien, Norwegen, wo auch immer ihr seid :) Ich hoffe es geht euch gut und
sende zum Beginn der dunkleren Jahreszeit Engel des Lichtes in eure Richtungen!
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